Cogito ergo sum.


Ich denke, also bin ich, sagte einst Descartes und heute sind wir sehr stolz auf unseren rationalen Verstand und unsere Fähigkeit, zu denken.
Dabei tritt im Allgemeinen die Frage, ob wir „wirklich" und „richtig" denken, völlig und völlig zu Unrecht in den Hintergrund.

Es denkt uns
Viele Menschen klagen heutzutage darüber, nicht mehr „abschalten" zu können, keine Ruhe mehr zu finden oder nicht einschlafen zu können.

Und all das nur, weil es in ihrem Kopf ständig „rattert", der unaufhörliche Strom von Gedanken Sie in permanenter Aktivität, Anspannung und Unruhe hält. Wie sinnvoll das ist, was dabei in unseren Köpfen abläuft, mag jeder für sich beurteilen, da jeder von uns dieses Phänomen nur all zu gut kennt.

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir – sehr oft – ebenso wenig denken, wie wir verdauen, Kreislauf machen oder Blutdruck erzeugen. Vielmehr „geschieht" uns das Denken einfach, wir „werden gedacht" und nur deshalb können wir von diesem Denken auch so „mitgerissen" werden.

Gut drauf?
Interessanter Weise ist dieser permanente „mentale Lärm" bei sehr vielen Menschen zudem leicht negativ eingefärbt. Durch Sorgen oder Ängste die Zukunft betreffend. Durch Bedauern oder schlechtes Gewissen wegen vergangener Ereignisse. Oder durch Zweifel an den eigenen Fähigkeiten oder gar dem eigenen Wert im Allgemeinen.

So kann man nur all zu oft beobachten, wie es viele Menschen sehr gut verstehen, sich „schlecht drauf" zu bringen.

Die individuelle Wirklichkeit ensteht nun einmal erst im Kopf jedes Einzelnen. Und wenn dort ständig der „Fallout" negativer Gedanken auf alle Wahrnehmungen fällt, kann sich daraus nur ein ebenso unschönes und negatives Lebensgefühl entwickeln.

Ich bin – obwohl ich denke!
Die Macht der Gedanken ist zunächst einmal eine Tatsache, sie ist weder gut noch schlecht, sie IST lediglich. So, wie auch die Welt da „draußen" außerhalb unserer Köpfe zunächst einmal nur IST: Weder gut noch schlecht, weder angenehm noch unangenehm.
Erst unsere Bewertungen, also unsere Gedanken machen etwa Regen unangenehm und Sonne angenehm – oder eben doch unangenehm, wenn wir gerade arbeiten müssen, oder...

Wie aber können wir die zweifellos gegebene Macht unserer Gedanken sinnvoll, positiv und zu unserem Nutzen und Wohlbefinden anwenden?

Der erste Schritt in diese Richtung besteht in der Erkenntnis, dass wir NICHT unsere Gedanken SIND! Wir können inneren Abstand zu unseren eigenen Gedanken herstellen und wahrnehmen, dass wir denken, während wir denken. Je besser uns dies gelingt, umso weniger sind wir dem „mentalen Lärm" ausgeliefert. Vielmehr werden wir zunehmend zum Chef in unserem Kopf und damit vom „Hirnbesitzer" zum „Hirnbenutzer" (V. Birkenbihl).