Entscheidung

Der Weg Richtung Wachstum, Lebensfreude und Gesundheit beginnt mit der bewussten Entscheidung, sich in diese Richtung bewegen zu wollen.

Sobald diese Entscheidung wirklich gefallen ist, können Sie beginnen, Ihre Wahrnehmung der Umwelt zu verändern.

Unser gesamter Organismus reagiert auf die Signale der Umwelt. Sofern diese Signale positiv und wachstumsfördernd sind, wird auch der Organismus auf Wachstum und Gesundheit „schalten". Sind diese Signale hingegen gesundheitsschädlich oder gar gefährlich, wird unser Organismus auf den sog. „fight or flight"-Modus schalten und damit das Wachstumsprogramm stoppen.

Die Individuellen Filter
Die wichtigste Information an dieser Stelle lautet: Wir nehmen die Umwelt nicht einfach so wahr, wie sie ist, sondern „gefärbt" durch unsere individuellen Wahrnehmungsfilter!

Je nachdem, welche Art von Filtern im Laufe unseres Lebens in unser System integriert wurden, nehmen wir die Umwelt eher positiv und wachstumsfördernd oder eher negativ und gefahrbeladen wahr.

Folglich reagiert unser gesamter Organismus – anders als etwa bei Tieren – mit seinen Reaktionen auf das GEFILTERTE Bild unserer Umwelt.

Steuersätze
Es ist deshalb für jeden Menschen von enormer Wichtigkeit, die individuellen Filter zu erkennen und ggf. zu entfernen.

Diese „Filter" bestehen aus sog. Steuer- oder Glaubenssätzen, die wir uns als Reaktion auf bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen unbewusst angeeignet haben.
Häufig handelt es sich dabei um negative Steuerbefehle in unserem Unterbewusstsein, die uns bestimmte Situationen z.B. als gefährlich oder nicht bewältigbar erscheinen lassen, obwohl sie das objektiv gar nicht sind.

Wir geraten dann in Stress, fühlen uns überfordert oder bedroht – nicht, weil es tatsächlich begründet wäre, sondern weil unser „Filter" uns das suggerriert.

Negative Steuersätze beseitigen
Es gilt deshalb, solche negativen Steuersätze zu entlarven und aus dem eigenen System zu entfernen oder ggf. durch positive, die der Realität entsprechen, zu ersetzen.

Ein klassicher negativer Steuerbefehl ist z.B. der Gedanke „Oh Gott, das schaffe ich nicht", der einen plötzlich überfällt, obwohl man eine Aufgabe wie man sie gerade zu bearbeiten hat, schon oft erfolgreich bewältigen konnte.

Ein anderer „Klassiker" lautet: „Ich kann mir keine Namen merken". Solange ein solcher Gedanke unreflektiert in einem Menschen wirkt, wird es diesem in der Tat schwer fallen, sich Namen zu merken.

Baustelle Gehirn
Es geht also darum, derartige Gedanken bewusst wahrzunehmen (vgl. Teil 2 zu Wachheit und Bewusstheit), zu reflektieren und anschließend aus dem eigenen System zu entfernen.

Das lässt sich grundsätzlich in vielen Fällen alleine und ohne fremde Hilfe bewerkstelligen (eine praktische Übung finden Sie hier, http://bit.ly/gyCU8L), wird durch Unterstützung von außen allerdings leichter und schneller funktionieren.

Wichtig dabei ist: Sie bauen damit Ihr Gehirn physisch um! Sie schaffen neue neuronale Verknüpfungen in Ihrem Gehirn und lassen Dendriten und Neuronen wachsen! Sie werden damit gleichsam zum Architekten Ihres eigenen Gehirns!

Mit einem bildgebenden Verfahren (Computertomographie, Magnetresonanztomographie, o.ä.) könnten Sie die Unterschiede vor und nach dem „Umbau" Ihres Gehirns sichtbar machen und klar erkennen, wo das neue Denken und Verhalten im Gehirn neuronal gespurt wurde!

Dazu gehört freilich auch, dass Sie Ihrem Gehirn ausreichend Zeit und Gelegenheit geben, diese neuen Verknüpfungen zu verfestigen und dauerhaft einzurichten. Mit anderen Worten sollten Sie Ihre „neuen und konstruktiven Gedanken" immer wieder denken und das dazu gehörige Verhalten immer wieder ausführen (ein Zeitraum von etwa 30 Tagen wird in der Regel als Anhaltspunkt genannt).

So wird dieses neue Denken und Verhalten zur neuen und konstruktiven Gewohnheit werden.

 

 

Sollten Sie Zweifel an der enormen Macht Ihrer Gedanken hegen, möchte ich Ihnen zunächst zwei konträre Beispiele vorstellen. Diese Berichte zeigen, über welche Macht wir in Form unserer Gedanken verfügen und wie wertvoll ein bewusster und konstruktiver Umgang mit den eigenen Gedanken ist.

Negative Macht
Die US-Fachzeitschrift „General Hospital Psychiatry" beschrieb unlängst den Fall eines jungen Mannes, der nicht mehr leben wollte, weil ihn seine Freundin verlassen hatte.

Er wollte sich mit Tabletten das Leben nehmen, die er als Teilnehmer einer Medikamentenstudie erhalten hatte. Nachdem er 29 Tabletten des Antidepressivums geschluckt hatte, bekam er Todesangst. Der Blutdruck sackte aufgrund der massiven Überdosis ab und auch in der Klinik konnte er zunächst nicht stabilisiert werden.

Wie bei deratigen Studien üblich, bekam allerdings nur die eine Hälfte der Teilnehmer das richtige Medikament. Die andere Hälfte bekam ein Placebo, ohne es zu wissen.

Der suizidgefährdete Michael gehörte zur Placebogruppe, wie sich im Krankenhaus herausstellte. Als er davon erfuhr, hatte er innerhalb kürzester Zeit keine Beschwerden mehr und war – zumindest körperlich – kerngesund.

Dieser Fall zeigt, dass das Gefühl der absoluten Gewissheit – hier der Gewissheit eine tödliche Dosis Antidepressiva geschluckt zu haben – krank machen oder gar töten kann!

Der Nocebo-Effekt ist das negative Gegenstück zum bekannten und breit erforschten Placebo-Effekt. Wie auch Placebos beeinflussen Nocebos ganz real den Körper. Es ist also weit mehr als bloße Einbildung.

Der Nocebo-Effekt ist dabei fast schon ein Alltagsphänomen. Wer die Packungsbeilage genau liest oder ein Gespräch mit dem Arzt über die Nebenwirkungen eines Medikaments führt, kann schnell davon betroffen sein.

Positive Macht
Umgekehrt kann der Placebo-Effekt oder exakter gesagt, die Macht der Gedanken, manchmal besser heilen als Pillen oder eine OP.

Mediziner der University of Michigan Health System haben die neurobiologische Ursachen für den geheimnisvollen Effekt enträtselt.
Die Forscher fügten ihren Testkandidaten leichte Schmerzen zu und versprachen, ihnen anschließend per Spritze eine Substanz zu verabreichen, die den Schmerz nehmen würde – in Wahrheit gab es nur eine Kochsalzlösung.

Was sich während der Prozedur im Gehirn der Personen abspielte, hielten die Mediziner auf Hirn-Scan-Aufnahmen fest.

Fazit: Bei den Personen, die sich das „Schmerzmittel" mit dem Gefühl der absoluten Gewissheit, danach schmerzfrei zu sein, spritzen ließen und folglich schmerzfrei waren, stellten die Forscher eine außergewöhnlich hohe Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin im Gehirn fest.

Der Glaube an die Heilkraft ist schon der halbe Weg zur Genesung. Das Prinzip wird inzwischen in der Grundvorlesung an deutschen Medizin-Hochschulen gelehrt: Placebospritzen wirken besser als Placebotabletten, kleine bunte Placebopillen sind weißen und mittelgroßen überlegen und der Nutzen eines Placebos steigt, wenn der Arzt selbst von einer solchen Behandlung überzeugt ist.

Macht
In beiden Konstellationen ist nichts anderes am Werk als ausschließlich die Macht der Gedanken, die in der Folge weitere physische und psychische Reaktionen auslöst.

In diesem Zusammenhang ist es entscheidend, die beiden folgenden Tatsachen zu akzeptieren:

  1. Wir „produzieren" ständig Gedanken und sind damit dem schon im ersten Teil beschriebenen „mentalen Rauschen" unablässig ausgesetzt. Das ist völlig normal und es wäre ein Trugschluss, zu meinen, die „Lösung" bestünde im Streben nach völliger Gedankenleere. Entscheidend ist vielmehr, sich von diesem Gedankenfluss jederzeit distanzieren und ihn gleichsam als Beobachter wahrnehmen zu können, ohne sich mit den Gedanken zu identifizieren. 
  2. Wir können nur entweder im konstruktiven Wachstumsmodus oder im Stress-Modus leben, in dem sowohl das Wachstum als auch das Immunsystem ausgeschaltet ist. Je nachdem in welchem Modus wir uns befinden, reagiert unser gesamter Organismus entsprechend dieser „Vorgabe". Im Stress-Modus sind wir also insgesamt vom Wachstum abgeschnitten, sind anfällig für Krankheiten und auch unsere Verstandesleistung ist eingeschränkt.

Mit dem – meist unbewussten – Einschlagen einer der beiden Richtungen fällt also eine für unseren gesamten Organismus ausgesprochen folgenschwere Entscheidung. Die enorme Zunahme von Burnout ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich sehr viele Menschen auf den vom Wachstum abgewandten Weg treiben lassen.

Im nächsten Teil geht es deshalb um die die Frage, wie man sich erfolgreich und dauerhaft auf den Weg des Wachstums, der Lebensfreude und der Gesundheit begibt.

 

 

Alternativlos!
Sehr vieles wird uns in letzter Zeit als "alternativlos" oder gar "völlig alternativlos" dargestellt, weshalb dieses Wort sogar zum Unwort des Jahres 2010 gekürt wurde. Für manches mag diese Alternativlosigkeit sogar zutreffend sein. Für sehr vieles dürfte es hingegen sehr wohl Alternativen geben!

Burnout ist nicht alternativlos!
Im Falle von Burnout mag es manchem so vorkommen, als wäre der Weg in die Burnout-Falle für die Menschen der modernen Gesellschaft  zwangsläufig und damit tatsächlich alternativlos!

Die permanente Erreichbarkeit per Handy, Laptop und Notebook und das geradezu zwanghafte sofortige Reagieren auf alle „Regungen" unserer elektronischen „Helferlein" sind zu einer solchen Selbstverständlichkeit geworden, dass kaum noch jemand darüber nachdenkt, ob dieses permanente „online"-Sein sinnvoll oder gesund ist.

Daneben verschärft sich in den Unternehmen der Druck durch Personalabbau bei gleichzeitig erhöhter Workload, durch die weltweite Konkurrenz der globalisierten Wirtschaft und durch das immer höher werdende Tempo sämtlicher Abläufe.
Dass auch im privaten Leben zahlreiche, nicht minder belastende Herausforderungen zu bewältigen sind, wird bei der „offiziellen" Betrachtung völlig vernachlässigt – oder sollten wir an dieser Stelle besser sagen: VERDRÄNGT.

Und nicht zuletzt der soziale Faktor spielt eine immer wichtiger werdende Rolle: Unser gesellschaftliches Umfeld hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert und wird dies auch weiterhin tun. Typische Beispiele sind die Überalterung unserer Bevölkerung, die immer mehr private Pflege verursacht und die sprichwörtliche „Doppelbelastung" berufstätiger Mütter. 

Diese Faktoren erfordern ständig neue Anpassungs- und Umstellungsanstrengungen des Einzelnen und stellen damit typische „geistig-seelische" Belastungen dar. Diese führen bei der Mehrzahl der Menschen zu akutem Stress, der als Dauerstress seinerseits zum Burnout führen kann.

Burnout als Chance
Burnout ist keine Krankheit, sondern ein Prozess, der sich über Wochen und Monate, manchmal über Jahre hin erstreckt und durch Dauerstress ausgelöst wird. Burnout „überfällt" uns nicht aus heiterem Himmel! Burnout kündigt sich mit vielfältigen Hinweisen an und gibt uns damit immer wieder die Chance, zu reagieren, etwas zu ändern und den Weg hin zur Gesundheit zu wählen.

Das Problem: Wir sind weitgehend unempfindlich geworden gegen derartige Hinweise, übergehen sie – immer wieder – und „plötzlich" geht dann nichts mehr. Körperliche Symptome stellen dabei in den meisten Fällen Warnungen der Sorte „5 vor 12" dar.

Die Lösung lautet Achtsamkeit nach Außen UND Innen, Entspannung und damit Prävention!
Nehmen Sie sich immer wieder ganz bewusst Zeit, Ihr Leben zu reflektieren. Und machen Sie vor allem immer wieder ganz bewusst Pause, gehen Sie „offline" und entspannen Sie sich. Gesundheit und erhöhte Souveränität werden Sie ebenso belohnen, wie eine deutlich erhöhte Leistungsfähigkeit!